Zecken haben Hochsaison
Bereits 20 Patienten an FSME erkrankt - Achtung auch in der Reisezeit!weiterlesen
(Wien, am 14.07.2010) Zecken fordern in Österreich heuer bereits 20 FSME-Opfer, darunter auch zwei Kinder. Die Patienten waren nicht geschützt. Besonders in der Urlaubs- und Reisezeit ist die rechtzeitige Impfung wichtig, denn Zecken sind nicht nur im Inland, sondern in weiten Teilen Europas und sogar in den Mittelmeerländern aktiv. So wurden heuer in Kroatien bereits mehrere schwere FSME-Erkrankungen registriert.
Laut Meldung des Departments für Virologie der Medizinischen Universität Wien v. 09.07.2010 wurden heuer bereits 20 FSME-Fälle (Frühsommer-Meningoenzephalitis) aufgrund eines infektiösen Zeckenstiches diagnostiziert. Oberösterreich ist mit sieben Hospitalisierungen am meisten betroffen, gefolgt von der Steiermark mit fünf Erkrankungen, in Salzburg und Niederösterreich wurden je drei FSME-Patienten registriert, in Kärnten und Vorarlberg je ein Patient. Mehr als 70 Prozent der FSME-Erkrankungen, das sind 14 Fälle, betreffen die Generation „50 Plus“. Aber auch zwei Kinder im Alter von acht und zehn Jahren sind erkrankt. Vier FSME-Fälle sind im Alter zwischen 31 und 50 Jahre. Diese Opferbilanz wäre zu vermeiden gewesen, denn die Patienten waren nicht geschützt.
Dass Zecken auch in den Mittelmeerländern aktiv sind und schwerste FSME-Erkrankungen fordern, zeigt die jüngste Meldung vom „European Centre for Disease Prevention and Control“ (ECDC). So wurden in Kroatien bereits mehrere FSME-Fälle registriert, fünf Patienten liegen sogar in einem schweren Koma.
Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze, Leiter des Instituts für Sozialmedizin der Medizinischen Universität Wien, warnt: „Gerade in der Urlaubs- und Reisezeit ist es wichtig auf den Impfschutz zu achten. Zecken gibt es in allen Bundesländern Österreichs, ja sogar in den Bergen über 1.500 Meter Seehöhe. Nicht umsonst wurde die FSME-Impfung auch heuer erstmals im österreichischen Impfplan offiziell als Reiseimpfung verankert. Aber auch in vielen anderen europäischen Ländern ist die Zeckengefahr groß, wie die schweren Erkrankungsfälle in Kroatien zeigen.“
Kunze erklärt weiters, „dass zwischen März und Oktober jährlich 100.000 ÖsterreicherInnen von einer Zecke gestochen werden. Da aber mehr als 80 Prozent der Bevölkerung geimpft sind, ist die durchschnittliche Erkrankungszahl im Vergleich zu den Nachbarländern mit geringer Durchimpfung relativ gering.“
Noch ist es nicht zu spät – bis 31. Juli FSME-Impfstoff günstiger
Die Grundimmunsierung besteht aus drei Teilimpfungen innerhalb eines Jahres. Für den Aufbau eines raschen Impfschutzes wird die 1. und 2. Teilimpfung innerhalb von 14 Tagen verabreicht (gilt für FSME-IMMUN von Baxter). Damit wird bereits eine Schutzrate von mehr als 90 Prozent erzielt, nach der 3. Teilimpfung sind es nahezu 100 Prozent.
Die erste Auffrischungsimpfung ist drei Jahre nach der dritten Teilimpfung fällig, bis zum 60. Lebensjahr ist der Impfschutz alle fünf Jahre zu erneuern, ab „60 Plus“ alle drei Jahre. Noch ist es nicht zu spät – geimpft werden kann das ganze Jahr, bis 31. Juli ist der FSME-Impfstoff günstiger. Die FSME-Impfung wird bereits ab dem 1. Lebensjahr empfohlen.
Heuer bereits 10 Patienten an FSME erkrankt!
Die Gründe sind „schlampiges“ Impfverhalten – hohe 44 Prozent der Geimpften wissen nicht, wann ihre nächste Impfung fällig ist.... weiterlesen
(Wien, am 31.05.2010) Bereits zehn Patienten müssen aufgrund der „Zeckenkrankheit“ FSME im Spital behandelt werden. Die Gründe sind „schlampiges“ Impfverhalten – hohe 44 Prozent der Geimpften wissen nicht, wann ihre nächste Impfung fällig ist – sowie Unterschätzung des Infektionsrisikos. Experten warnen: Wer ungeimpft ist oder die empfohlenen Auffrischungsintervalle nicht einhält, geht ein hohes Risiko ein, denn die FSME ist eine schwere Erkrankung.
Laut Meldung des Departments für Virologie der Medizinischen Universität Wien v. 28.05.2010 wurden heuer bereits zehn FSME-Fälle (Frühsommer-Meningoenzephalitis) diagnostiziert. Es handelt sich um die bekannten Zeckenhochburgen Steiermark mit vier hospitalisierten Patienten, sowie Oberösterreich mit drei FSME-Fällen, zwei FSME-Erkrankungen wurden in Salzburg und eine FSME-Erkrankung in Kärnten registriert. Die Altersverteilung zeigt bekannte Tatsachen: Je zwei Patienten waren zwischen 31 und 40 bzw. zwischen 41 und 50 Jahre alt. Vier Erkrankungsfälle sind im Alter zwischen 51 und 60 Jahren, je ein Patient im Alter zwischen 7 und 14 Jahren bzw. 61 bis 70 Jahren. Damit ist wieder die aktive und mobile Generation „50 Plus“ am meisten betroffen.
Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze, Leiter des Instituts für Sozialmedizin der Medizinischen Universität Wien stellt klar: „Die FSME-Impfung wurde heuer erstmals im österreichischen Impfplan sogar offiziell als Reiseimpfung verankert. Daher muss klar sein, dass gerade die österreichische Bevölkerung sich unbedingt gegen die schwere FSME-Erkrankung schützen muss, denn es gibt kein Bundesland das FSME-frei wäre. Bedauerlicher Weise trifft es jedes Jahr die jung gebliebene Generation 50 Plus am häufigsten, die ihre Freizeit aktiv in der Natur verbringt. Das Infektionsrisiko wird unterschätzt, die Auffrischungsintervalle werden vernachlässigt. Ein gefährliches Roulett-Spiel, denn es gibt keine Impfung nach Zeckenstich, nur die vorsorgende Impfung schützt.“
Eine Studie über das FSME-Impfverhalten 2009 von GfK-Austria bestätigt diese Tatsachen: Ein Viertel der Bevölkerung sieht nur ein geringes Risiko, an einem Zeckenstich zu erkranken. Auch herrscht Unklarheit über den nächsten fälligen Auffrischungstermin – hohe 44 Prozent der Geimpften wissen nicht, wann ihre nächste Impfung fällig ist. Sogar mehr als 1,1 Millionen Menschen wurden niemals gegen FSME geimpft.
„Es steht uns ein ausgezeichneter Impfstoff gegen diese Erkrankung zur Verfügung, daher ist es für mich unverständlich, warum sich immer noch so viele Menschen ungeimpft der Gefahr einer FSME-Infektion aussetzen“, so Christine Freund, Leiterin der Selbsthilfegruppe Zeckenopfer, die täglich mit dem Leid der Patienten und auch deren Angehörigen konfrontiert ist. “Wochen- bis monatelange Spitalsaufenthalte und Rekonvaleszenz bleiben den FSME-Opfern oft nicht erspart. Die Folgen einer FSME-Infektion spürt man meist ein Leben lang, Bewusstseinsstörungen und Lähmungen sind möglich, ein Zeckenstich kann sogar tödlich enden. Jeder – von Klein an bis ins hohe Alter sollte daher die Impfung nutzen, um sich diese Sorgen zu ersparen“, appelliert Frau Freund.
www.zecken.at mit Impfkalender und Impfreminder
Das FSME-Impfschema ist nach wie vor zu wenig bekannt. Auf der seit Februar online gestellten neuen Website www.zecken.at hilft ein interaktiver, einfach zu bedienender Impfkalender jedem Einzelnen, seinen individuellen FSME-Impftermin zu berechnen. Auf Wunsch wird man sogar per SMS oder E-Mail zeitgerecht an die nächste FSME-Impfung erinnert.
FSME-Impfstoff um fast 30 Prozent günstiger – noch bis 31. Juli!
Für eine Grundimmunsierung benötigt man drei Teilimpfungen innerhalb eines Jahres. Die erste Auffrischungsimpfung ist drei Jahre nach der dritten Teilimpfung fällig, bis zum 60. Lebensjahr ist der Impfschutz alle fünf Jahre zu erneuern, ab 60 Plus alle drei Jahre. Im Rahmen der Zeckenschutz-Impfaktion ist der FSME-Impfstoff noch bis zum 31. Juli um beinahe 30 Prozent günstiger. Die Schutzrate einer vollständigen Impfung beträgt fast 100 Prozent. Die FSME-Impfung ist das ganze Jahr über möglich und wird bereits ab dem 1. Lebensjahr empfohlen.
Termine der SHG Zeckenopfer
Alle Veranstaltungen im Maiweiterlesen
Für Vorträge und Gruppentreffen ist eine Anmeldung erforderlich.
Weitere Infos auf www.zecken.or.at
5. Mai 2010, 9-16 Uhr:
Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern, Schlossberg 1, 4910 Ried/Innkreis
Infostand, Beratung Christine Freund, Anna Stondl
6. Mai 2010, 9-16 Uhr:
Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern, Grieskirchnerstr.42 , 4600 Wels
Infostand, Beratung Christine Freund, Anna Stondl
18. Mai 2010, 17-21 Uhr:
SHG Zeckenopfer, Kaiserstraße 71/1/3/7, 1070 Wien
Tag der offenen Tür in Kooperation mit der Wr. Gesundheitsförderung
21. Mai 2010, 12-18 Uhr:
Wiener Rathaus, 1010 Wien
Leistungsschau der Wiener Selbsthilfegruppen
21. Mai 2010, 14.30-15 Uhr:
Wr. Rathaus /Nordbuffet neben dem Festsaal
Vortrag Christine Freund: "Zecken- für alle sind genügend da!"
Termine der SHG Zeckenopfer
Alle Veranstaltungen im April weiterlesen
Für Vorträge und Gruppentreffen ist eine Anmeldung erforderlich.
Weitere Infos auf www.zecken.or.at
8.-11. April 2010, 9-18 Uhr:
Frühjahrsmesse Dornbirn, Messegelände Dornbirn Halle 8, Stand 24,
Infostand, Beratung Christine Freund, Anna Stondl
16. April 2010, 9.30-17 Uhr:
Gesundheitstag Römertherme Baden, Brussatiplatz 4, 2500 Baden
Infostand, Beratung Christine Freund, Anna Stondl
24. April 2010, 10-17 Uhr:
Lavantaler Gesundheitsmesse, Veranstaltungszentrum KUSS, 9400 Wolfsberg
Infostand, Beratung Christine Freund, Anna Stondl
27. April 2010, 9-16 Uhr:
Krankenhaus der Barnherzigen Brüder, Esterhazystr.26, 7000 Eisenstadt
Infostand, Beratung Christine Freund, Anna Stondl
Zeckengefahr steigt - Risikobewusstsein sinkt!
Die aktuelle Studie von GfK Austria zeigt die Ursachen der jährlichen Erkrankungsfälle auf.weiterlesen
Trotz positiver Einstellung der österreichischen Bevölkerung zur „Zeckenschutz-Impfung“ mussten vergangenesJahr 79 FSME-Patienten im Spital behandelt werden.
Schwere Krankheitsverläufe mit dem klinischen Bild einer Menigoenzephalitis, Enzephalo-myelitis und Radikulitis waren die Folgen, zwei Fälle endeten leider tödlich. 80 Prozent der Patienten waren älter als 40 Jahre, aber auch sieben Kinder waren betroffen. Die von Baxter jährlich beauftragte Studie von GfK Austria zeigt die – leider schon bekannten – Ursachen der jährlichen
Erkrankungsfälle:
- Mangelhaftes Risikobewusstsein:Ein Viertel der Bevölkerung sieht nur ein geringes Risiko, an einem Zeckenstich zu erkranken. Vor allem in Wien, Salzburg, Tirol und Vorarlberg ist man sich der Zeckengefahr zu
wenig bewusst. - Es gibt keine Impfung nach Zeckenstich: Immer noch glauben mehr als 1,3 Millionen Menschen an diese Möglichkeit, doch nur die präventive Impfung schützt.
- Den Irrtum, dass eine sofortige Entfernung einer Zecke vor der Infektion bewahrt, vertreten sogar hohe 32 Prozent. Dabei wird das
FSME-Virus in Sekundenschnelle übertragen, meist wird der Zeckenstich gar nicht bemerkt. - Unwissenheit über die nächste fällige Impfung, womit nur 67 Prozent das korrekte Impfschema eingehalten haben.
- Zeckenendemie-Gebiete werden unterschätzt: Dies gilt in erster Linie in Wien, Salzburg, Tirol und Vorarlberg, wo jedoch genauso Zecken vorkommen. Gerade Tirol hat sich in den letzten Jahren zu einer Zeckenhochburg entwickelt.
FSME-Gefahr steigt in alpinen Tälern, das Virus breitet sich weiter aus.
2009: 79 FSME-Fälle in Österreich!weiterlesen
Vergangenes Jahr wurden insgesamt 79 FSME-Fälle erfasst, mehr als 80 Prozent der Erkrankten waren über 40 Jahre alt. Das FSME-Virus breitet sich vor allem in alpinen Tälern aus. Neue Infektionsorte wurden in Vorarlberg und in der Steiermark erfasst.
In Zusammenarbeit mit den Hygieneinstituten der Medizinischen Universitäten Graz und Innsbruck wurden im Jahr 2009 am Department für Virologie der Medizinischen Universität Wien als österreichisches Referenzzentrum insgesamt 79 FSME-Fälle erfasst. Damit liegt die Erkrankungszahl zwar geringfügig unter jener des letzten Jahres mit 87 Fällen, bewegt sich aber im Bereich des Durchschnitts der letzten acht Jahre, also auf einem relativ niedrigen Niveau. Der Grund dafür ist die hohe Durchimpfungsrate der österreichischen Bevölkerung (86 Prozent im Jahr 2009), die zur Folge hat, dass seit dem Jahr 1997 eine Fallzahl von 100 nicht mehr überschritten wurde.
Oberösterreich, Steiermark, Kärnten und Tirol am stärksten betroffen
Die meisten Infektionen erfolgten wie üblich in den warmen Sommermonaten mit Erkrankungsspitzen im Juli und August und wurden zum größten Teil in den bekannten Endemiegebieten erworben. Oberösterreich nimmt mit 22 hospitalisierten FSME-Fällen Platz eins der Erkrankungsstatistik ein, gefolgt von der Steiermark mit 17 Erkrankungen, an dritter und vierter Stelle stehen Kärnten mit 12 und Tirol mit 11 FSME-Fällen.
Insgesamt waren, wie auch in den vergangenen Jahren, ältere Personen wieder überproportional von der FSME betroffen. 81 Prozent waren älter als 40 Jahre, 62 Prozent älter als 50 Jahre.
Neue FSME-Infektionsorte in der Steiermark und in Vorarlberg
Wie fast jedes Jahr sind auch 2009 wieder neue, bisher noch nicht erfasste Infektionsorte dazu gekommen, und zwar in der Steiermark im Mürztal (Krieglach) und Ennstal (Schladming), sowie in Vorarlberg im Montafon (St. Gallenkirch). Dies verdeutlicht den Trend, dass eine zunehmende Verbreitung des FSME-Virus – vor allem in alpinen Tälern – anhält. Vorarlberg ist ein besonderes Beispiel für die Entstehung und Entwicklung neuer FSME-Virusinfektionsorte: Nach dem ersten Auftreten der FSME im Jahr 2000 (Infektionsort nordwestlich von Bludenz) hat sich das Endemiegebiet in diesem Bundesland kontinuierlich vergrößert und reicht nun von der Region Feldkirch über Bludenz bis hinein ins Montafon. Welche Mechanismen zur Entstehung neuer Endemiegebiete führen, ist im Detail nach wie vor unbekannt; es ist allerdings wahrscheinlich, dass klimatische und damit ökologische Veränderungen in diesen Regionen eine entscheidende Rolle spielen.
Geringe Durchimpfungsrate fordert 815 FSME-Fälle in der Tschechischen Republik
In der Tschechischen Republik wird in den letzten 20 Jahren – mit den für die FSME typischen jährlichen Schwankungen – ein stetiger Anstieg beobachtet. Im vergangenen Jahr waren es 815 Fälle, also etwa zehnmal so viele wie in Österreich, die zum größten Teil durch die Impfung verhindert hätten werden können. Die Durchimpfungsrate hat zwar auch in der Tschechischen Republik in den vergangenen Jahren zugenommen, stagniert jetzt aber in einem Bereich von 15 bis 16 Prozent der Gesamtbevölkerung.
Die Sterblichkeitsrate der FSME liegt in Europa insgesamt zwischen 0,5 und 1 Prozent. In Österreich beträgt sie seit Ende der 70er Jahre 0,7 Prozent und hat sich seit Einführung der Impfung nicht verändert.
Studie der Selbsthilfegruppe Zeckenopfer
Analyse bei FSME-Patienten zeigt schwere Verlaufsformen mit langjähriger und kostenintensiver Spitalsbetreuung.weiterlesen
Die Selbsthilfegruppe wurde 1986 gegründet, zu einem Zeitpunkt, wo es noch über 250 FSME-Erkrankungen gab. Schon bald nach der Aufbauphase stellte sich heraus, dass durch Erfahrungsaustausch und Selbsthilfe für Angehörige bei Schwerstbetroffenen nicht entsprechend wirksam geholfen werden konnte. Die Hilflosigkeit in vielen Bereichen war und ist so groß, dass nur durch direkte Hilfestellung bei der Problemlösung eine adäquate Unterstützung gegeben werden kann.
Allein das Erlangen von Heil- und Hilfsmitteln für die Pflege zu Hause bedarf eines derartigen Aufwandes und enormer Kosten, dass nicht nur die Betroffenen sondern auch deren Angehörige zumeist überfordert sind. Als Beispiele seien genannt die Befreiung von Rezeptgebühr, die Unterstützung bei den oft die finanziellen Möglichkeiten übersteigenden Selbstbehalten, die richtige Einstufung beim Pflegegeld bis hin zur Übernahme sozialrechtlicher Vertretungen vor Gericht.
Reflexion der gesammelten Informationen aus 22 Jahren SHG
In diesem Zusammenhang war es vorteilhaft, von Betroffenen umfangreiche Informationen über Krankheitsverlauf, soziale Situation, bisherige Rehabilitationen und viele andere Aspekte zu erfahren. Die daraus resultierende beträchtliche Menge an Daten wurde in Aktenmappen mit Einverständnis der Betroffenen aufbewahrt. Nach 22 Jahren war es notwendig geworden, eine Neuordnung dieser Dokumente durchzuführen, woraus sich eine ursprünglich nicht geplante Gelegenheit und Anregung eröffnet hat, diesen großen Informationsgehalt zu reflektieren, einzelne Fragestellungen zu fokussieren und daraus Schlüsse für die zukünftige Arbeit zu ziehen.
Tiefenanalyse von 88 FSME-Fällen der SHG
Anhand von 88 teilweise Schwerstbetroffenen wird ein Rückblick aus gesundheitlicher, sozialer und finanzieller Sicht getätigt. Bei der Zusammenschau fiel besonders die hohe Zahl von Spitalsaufenthalten sowie die lange Dauer dieser Erkrankung auf. Ein Grund dies noch mehr unter die Lupe zu nehmen und die Bedeutung der Prophylaxe zu untermauern.
Von 88 FSME-Erkrankten haben wir detailliertere Informationen, insbesondere von 58 Personen hinsichtlich der Aufenthaltsdauer im Krankenhaus. Anhand dieser konnten wir eine – ohne Anspruch auf Exaktheit der Kostenberechnung – Schätzung der Größenordnung der Belastung öffentlicher Mittel vornehmen.
Von 29 Patienten mit FSME und den Formen der Gehirnhaut- und Gehirnentzündung wissen wir, dass diese insgesamt 2 Jahre bzw. 747 Tage im Spital verweilten. Das ergibt eine Durchschnittsdauer von 25,7 Tagen.
Von 24 Patienten mit Gehirn- und Rückenmarksentzündung konnte eine Gesamtverweildauer von 8 ¼ Jahre zusammengefasst werden, mit einem Durchschnitt von 129 Tagen.
5 komatöse und beatmungspflichtige Patienten aufgrund Entzündungen des Rückenmarks einschließlich Nervenwurzel und -stränge sind unglaubliche 25 Jahre intensivstationspflichtig gewesen, das sind 9.125 Krankenhaustage. Würde man diese Tage mit einem angenommenen Intensivstations-Tagessatz von € 1.816,82 rechnen, erhält man eine Gesamtsumme von € 16.578.482,50.
Weitere 30 FSME-Patienten wurden von der SHG betreut, jedoch ist bei diesen die Länge der Spitalsaufenthalte nicht bekannt.
