Häufig gestellte Fragen…

Ich plane einen (Kurz-)urlaub in Österreich. Muss ich mich impfen lassen?

Ob eine Impfung an der Zeit ist, hängt von verschieden Faktoren ab: von der Reisezeit (von März bis Oktober ist die Hauptaktivitätszeit der Zecken), dem Reiseziel und den geplanten Aktivitäten. Prinzipiell gilt eine Impfempehlung für das ganze Land, da man die eigenen Aktivitäten nicht immer genau planen kann. Ein Aufenthalt in der Natur – etwa beim Wandern, Radfahren oder Schwammerl suchen – ist häufig mit einem gewissen Infektionsrisiko verbunden.

Ist man geimpft, braucht man nicht mehr darüber nachdenken ob man gefährdet ist, ob das Gebiet von FSME betroffen ist oder wie man sich schützen könnte. Mit der Schnellimmunisierung gibt es zudem die Möglichkeit, relativ rasch vor Reiseantritt einen Impfschutz aufzubauen.

Wo gibt es außerhalb Österreichs FSME-Gebiete?

In weiten Gebieten Europas sind Zecken mit FSME-Viren verbreitet. Für folgende Länder beispielsweise ist ein (zum Teil hohes) FSME-Risiko bekannt: Deutschland (v.a. im Süden), Schweden (Süden), Finnland, Litauen, Lettland, Estland, Polen, Weißrussland, Russland, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Norwegen, Schweiz, Ukraine (Liste nicht vollständig).

Wie kann man sich vor Zeckenstichen schützen?

Kleidung – lange Hosen und Ärmel, Hosenbeine in die Socken stopfen, feste Schuhe – und die Verwendung von Insektensprays können nur bedingt vor einem Stich schützen. Nach einem Aufenhalt in der Natur sollte der Körper nach Zecken abgesucht werden, da diese Spinnentiere auf der Suche nach einer geeigneten Einstichstelle längere Wegstrecken auf dem Körper zurücklegen und man sie vor dem Stich finden kann.

Auch falls die Zecke schon gestochen hat, ist eine rasche Entfernung wichtig, da die Übertragung der Borrelien erst nach einiger Zeit beginnt und somit noch verhindert werden kann. FSME-Viren werden hingegen sofort nach dem Stich übertragen. Einen möglichen Schutz vor einer FSME-Infektion bietet die vorbeugende FSME-Impfung.

Sind Insektensprays sinnvoll?

Diese bieten einen zeitlich begrenzten, gewissen Schutz, der aber niemals vollständig sicher sein kann.

Wieso bemerkt man den Zeckenstich oft nicht?

Im Speichel der Zecke befindet sich eine betäubende Substanz, sodass man den Stich nicht spüren kann. Zudem sucht sich die Zecke dünne, gut durchblutete Hautstellen (wie z.B. die Kniekehle oder in der Achselregion), wo sie die Haut relativ leicht einritzen und stechen kann.

Hilft die „FSME-Verbreitungskarte Österreich“ bei der Entscheidung zur/gegen die Impfung?

Die Erstellung der FSME-Verbreitungskarte, der sogenannten „Zeckenkarte“, beruht auf der nachträglichen Erfassung von bereits aufgetretenen, diagnostizierten FSME-Krankheitsfällen, die mehreren österreichischen Universitätsinstituten gemeldet werden. Die Gebiete mit dokumentierten Infektionen sind in der Karte farbig markiert.

Durch dieses konsequente Meldesystem konnten viele Endemiegebiete rasch erfasst werden. Ein potenzielles Übertragungsrisiko besteht allerdings auch dort, wo bis heute kein FSME-Erkrankungsfall bekannt geworden ist, da FSME-Verbreitungsgebiete sich stetig verändern und ausbreiten. Die Zeckenkarte zeigt uns also nur, wo bislang Fälle aufgetreten sind, sollte aber nicht zur Impfentscheidung herangezogen werden.

Hier gilt die Vorgabe: die Impfung ist für alle sinnvoll, die in Österreich leben oder hierher reisen.

Stimmt es, dass die FSME-Erkrankung bei Kindern einen milden Verlauf hat?

Studien zeigen, dass FSME-Erkrankungen, auch solche mit schweren Verläufen, in jedem Lebensalter auftreten, somit auch bei Kleinkindern. Der jüngste Patient in Österreich war 3 Wochen alt! Generell ist der Krankheitsverlauf bei Kindern in der Regel milder als bei Erwachsenen und es bleiben seltener Spätschäden zurück.

Schwere Verläufe werden allerdings immer wieder beobachtet, vor allem in Ländern mit niedriger Durchimpfungsrate, wo die Häufigkeit der Infektionen im Kindesalter wesentlich größer ist als in Ländern mit einer sehr hohen Durchimpfungsrate wie z.B. in Österreich.

Wie entfernt man eine Zecke?

Zur Entfernung eignet sich am besten eine spezielle Zeckenpinzette oder ein Zeckenhaken (erhältlich in Apotheken oder in Tierhandlungen). Ansonsten einfach eine normale Pinzette verwenden und die Zecke möglichst weit vorne an den Mundwerkzeugen (damit sie nicht gedrückt, gequetscht oder in sich verdreht wird und sich vollständig entfernen lässt) packen und vorsichtig heraus drehen bzw. ziehen.

Was tun wenn der Kopf beim Entfernen der Zecke stecken geblieben ist?

Man sollte gar nichts tun, der Kopf wird nach einigen Tagen von selbst abfallen. Sollte sich die Stelle entzünden, Desinfektionsmittel verwenden und/oder zum Arzt gehen.

* Die FSME-Impfung bietet ausschließlich einen Schutz vor der Frühsommermeningoenzephalitis (FSME)