Zecken- Überträger der FSME
Weltweit sind ca. 850 Zeckenarten beschrieben, wovon in unseren Breiten acht Vertreter der Gruppe der Schildzecken besondere Bedeutung als Krankheitsüberträger der Frühsommer-Meningoenzephalitis, aber auch der Borreliose erlangt haben.
Dazu gehört Ixodes ricinus, der gemeine Holzbock, der in Europa den wichtigsten und am weitesten verbreiteten Vertreter darstellt. lxodes ricinus besitzt stechend-saugende Mundgliedmaßen (Cheliceren und Hypopharynx), daher wird die Durchdringung der Haut des Wirtes als Stich und nicht als Biss bezeichnet.
Der Holzbock verdankt den wissenschaftlichen Artnamen "ricinus" seiner im vollgesaugten Zustand auffälligen Ähnlichkeit mit dem Rizinus-Samen. Der Körper ist in unterschiedlichem Ausmaß behaart und mit Warzen und Ringen versehen. Beim Weibchen ist er stark dehnbar und nimmt nach der Blutmahlzeit oft eine hellgraue Farbe an.
Dabei kann das Weibchen ca. das 100- bis 200fache seines Gewichtes an Blut aufnehmen, womit es sein Volumen etwa um das 120fache vergrößert. Der Orientierung beim Saugakt dient das Hallersche Organ auf dem letzten Segment des ersten Beinpaares.
Mit Hilfe dieses und anderer Sinnesorgane kann die Zecke auf thermische, chemische und physikalische Reize (z.B. Erschütterungen, Temperaturschwankungen hervorgerufen durch ein vorbeigehendes Wirtstier) reagieren. Wahrscheinlich spielt auch die CO2- und Buttersäure-Abgabe des Wirtstieres eine Rolle.
Die Braune Hundezecke
(Rhipicephalus sanguineus) ist eine weltweit in den Subtropen und Tropen verbreitete Zeckenart. Als Wirtstier bevorzugt sie Hunde, wenngleich sie bei Wirtsmangel auch andere Säuger (u.a. auch den Menschen) befällt. Obwohl sie bei uns nicht heimisch ist, tritt sie in Form von Importen z. B. durch Einfuhr von herrenlosen Hunden oder Urlaubsreisen mit Hunden in letzter Zeit vermehrt in Österreich auf. Sie ist dann in der Lage sich in beheizten Innenräumen (Tierschutzhäuser o.ä.) zu etablieren und eine konstante Population aufzubauen. Neue Studien zeigten auch, dass ein Teil der Zecken einen österreichischen Winter überleben.
Unter günstigen klimatischen Bedingungen schafften das ca. 1/3 der untersuchten Zecken. Eine Erhöhung der Temperatur zusammen mit der verstärkten Globalisierung kann also dazu führen, dass diese exotische Zeckenart schon bald zur heimischen Fauna gezählt werden kann. Zusätzlich problematisch ist, dass diese Zeckenart auch eine Reihe „neuer“ – in unseren Breiten unbekannte - Erreger überträgt. Darunter fallen z. B. Bakterien wie Ehrlichien und Rickettsien.


