Wo Zecken sich verstecken
Zecken fallen nicht von den Bäumen. Hauptsächlich leben sie im Gras und auf Sträuchern und werden von Menschen, aber auch Haustieren abgestreift.
Viele Menschen glauben noch immer, Zecken leben tief im Wald und fallen von den Bäumen. Hauptsächlich leben sie aber im Gras, auf Sträuchern, auf Waldlichtungen und sogar in der kultivierten Naturlandschaft (Parks und Gärten) unserer Städte. Menschen, aber auch Haustiere (Hunde, Katzen) streifen Zecken von Gräsern und Sträuchern ab und können sie in die Wohnung und ins Haus bringen.
Das Biotop
FSME-Naturherde bestehen meist in Biotopen, die optimale Bedingungen für die Existenz des Holzbocks und seiner Wirte bieten. Die meisten der bisher genau lokalisierten Infektionsorte liegen an Übergangszonen zwischen verschiedenen Vegetationsformen. Infizierte Zecken treten bevorzugt an Waldrändern mit angrenzenden Wiesen, Waldlichtungen, Bach- oder Flußauen, Schonungen mit Unterholz und Hecken, Übergängen von Laub- zu Nadelwald und Hoch- zu Niederwald auf.
Betroffen sind ebenso Eichen-/Hainbuchen- und Buchen-/Tannen-Wälder mit einer gutentwickelten Krautschicht (Farne usw.) sowie Strauchbeständen von Holunder, Hasel und Brombeeren. Sehr häufig finden sich Infektionsorte an wärmeren Südhanglagen mit niedrigem Strauchwerk und Hecken.
Diese Landschaften ziehen viele Erholungssuchende an, insbesondere wenn Bänke, Waldlaufpfade oder Grillplätze vorhanden sind, sodass hier mit einem erhöhten Infektionsrisiko zu rechnen ist. Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass FSME-Naturherde meist nicht durch eine Kultivierung der Landschaft beseitigt werden können. Durch die Einengung der Kleintierbiotope auf die nicht kultivierten Restgebiete wird im Gegenteil die Zirkulation des FSME-Virus noch verstärkt, da die höhere Populationsdichte der Wirtstiere eine höhere Übertragungswahrscheinlichkeit mit sich bringt.
Entgegen einer weitverbreiteten Meinung sitzen die Zecken nicht auf den Bäumen, um sich von dort auf ihre Wirte hinunterzustürzen, sondern befinden sich eher in der bodennahen Vegetation. Larven sind in der Regel auf Gräsern bis maximal 30 cm Höhe, Nymphen auf weniger als 1 m hohen Kräutern und Imagos auf Kräutern und Büschen bis zu maximal 1,50 m Höhe anzutreffen. Die Zecken sitzen meist an der Unterseite der Blattenden und auf den Spitzen von Zweigen in der Nähe von Waldpfaden und Wildfährten. Von hier lassen sie sich auf ihre Wirte fallen oder werden von ihnen im Vorbeigehen abgestreift.
Beim erwachsenen Menschen wird die überwiegende Anzahl der Zeckenstiche an den Beinen, in der Gesäß- und in der Genitalregion beobachtet. Bei Kindern treten etwa 75Prozent der Zeckenstiche am Kopf auf, die restlichen verteilen sich auf Beine und Arme, Rumpf, Gesäß- und Genitalregion. Die Gründe dafür sind klar: Kinder sind der Vegetation näher und haben durch ihre spielerischen Aktivitäten viel öfter Kontakt mit dem Boden als Erwachsene.


