Viruskreislauf
Der Krankheitserreger, das FSME Virus, lebt in einem komplizierten Kreislauf zwischen Säugetieren, wie Mäusen, Igel, Hasen, Wild, Haustieren und Zecken.
Die Zecken sind es, die nun das Virus von Tier zu Tier, aber auch auf den Menschen übertragen können.
Das Virus überwintert sowohl in den Zecken als auch in den Wirtstieren. Eine einmal infizierte Zecke bleibt zeitlebens Virusträger, wobei sich das Virus im Zeckenorganismus vermehrt und nahezu alle Organe besiedelt. Zeckenweibchen infizieren im allgemeinen nur ein einziges Wirtstier. Zeckenmännchen saugen häufig und können dabei das Virus auf mehrere Individuen übertragen.
Der Zeckenstich
Vom Befall des Wirtes bis zum Stich können 12 Stunden vergehen. Bevorzugte Stichstellen beim Menschen sind der Haarbereich des Kopfes, die Ohren, die großen Beugen sowie Hände und Füße. Mit den stechend-schneidenden Mundwerkzeugen wird die Haut durchschnitten und durchstoßen. Zur Verankerung im Gewebe befinden sich an den Mundwerkzeugen Widerhaken, zusätzlich werden zellauflösende und zementartige Kittsubstanzen abgesondert.
Der Stechakt selbst dauert maximal 15 Minuten und ist schmerzlos. Mit dem Zeckenspeichel gelangen eventuell darin enthaltene, in der Zecke vermehrte Krankheitserreger in den Wirt; gleichzeitig werden im Gewebe des Wirtes befindliche Erreger mit der Blutmahlzeit in den Zeckendarm gesaugt. Für eine Infektion mit dem FSME-Virus ist es dabei offenbar nicht notwendig, dass die Zecke längere Zeit Blut saugt. Zeckenmännchen nehmen bei einem nur kurzen Saugakt ein wenig Gewebsflüssigkeit auf, diese Zeit reicht jedoch aus für eine Virusübertragung. Da der Zeckenstich oftmals nicht bemerkt wird, dürfte dies der Hauptgrund sein, weshalb an FSME erkrankte Personen sich oft nicht an einen Zeckenstich erinnern können.
Für den ungeschützten, nicht geimpften Menschen bedeutet also der Stich einer infizierten Zecke höchste Gefahr.

