Verschiedene Zeckenarten

Weltweit gibt es über 800 verschiedene Zeckenarten – vorwiegend Schildzecken oder Lederzecken. In Österreich sind mittlerweile 17 Arten heimisch.

Schildzecken

Schildzecken haben ihren Namen von dem harten Schild, den sie auf dem Rücken tragen. Bei den Männchen bedeckt er den gesamten Rücken, bei den Weibchen, den Nymphen und Larven nur einen Teil davon. Schildzecken leben in allen Regionen der Erde, Ausnahmen bilden die Arktis und Antarktis.

Zur Familie der Schildzecken gehören unter anderem der Gemeine Holzbock, die Auwaldzecke, die Igelzecke und die braune Hundezecke.

gemeine Holzbock

gemeiner Holzbock; links Männchen, rechts Weibchen;

Der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus)

Ist der in Europa am weitesten verbreitete Vertreter. lxodes ricinus schneidet mit Hilfe der Mundwerkzeuge (Chelizeren) ein Loch in die Haut und sticht den Stechrüssel (Hypostom) in die Wundöffnung hinein, daher wird die Durchdringung der Haut des Wirtes als Stich und nicht als Biss bezeichnet.

Der Holzbock verdankt den wissenschaftlichen Artnamen „ricinus“ seiner im vollgesaugten Zustand auffälligen Ähnlichkeit mit dem Rizinus-Samen. Der Körper ist in unterschiedlichem Ausmaß behaart und mit Warzen und Ringen versehen. Beim Weibchen ist er stark dehnbar und nimmt nach der Blutmahlzeit oft eine hellgraue Farbe an.

Dabei kann das Weibchen ca. das 100- bis 200 fache seines Gewichtes an Blut aufnehmen, womit es sein Volumen etwa um das 120 fache vergrößert. Zur Wirtsfindung dient auch das Haller´sche Organ auf dem letzten Segment des ersten Beinpaares.

Mit Hilfe dieses und anderer Sinnesorgane kann die Zecke auf thermische, chemische und physikalische Reize (z.B. Erschütterungen, Temperaturschwankungen hervorgerufen durch ein vorbeigehendes Wirtstier) reagieren. Wahrscheinlich spielt auch die CO2– und Buttersäure-Abgabe des Wirtstieres eine Rolle.

Die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)

Sie stammt ursprünglich aus Afrika und ist mittlerweile in ganz Südeuropa bzw. weltweit zwischen 50° nördlichen und 30° südlichen Breitengrades verbreitet. Ihren Namen verdankt sie der Tatsache, dass sie hauptsächlich Hunde befällt. Bei Wirtsmangel können ihr aber auch andere Säuger (u.a. auch den Menschen) als Wirt dienen. Obwohl sie bei uns nicht heimisch ist, tritt sie in Form von Importen z. B. durch Einfuhr von herrenlosen Hunden oder Urlaubsreisen mit Hunden in letzter Zeit vermehrt in Österreich auf. Sie ist dann in der Lage sich in beheizten Innenräumen (Tierschutzhäuser o.ä.) zu etablieren und eine konstante Population aufzubauen.

Neue Studien zeigten auch, dass ein Teil der braunen Hundezecken einen österreichischen Winter überleben. Eine Erhöhung der Temperatur zusammen mit der verstärkten Globalisierung kann also dazu führen, dass diese exotische Zeckenart schon bald zur heimischen Fauna gezählt werden kann. Zusätzlich problematisch ist, dass diese Zeckenart auch eine Reihe „neuer“ – in unseren Breiten unbekannte – Erreger überträgt. Darunter fallen z. B. Bakterien wie Ehrlichien und Rickettsien.

braune Hundezecke

braune Hundezecke; links Männchen, rechts Weibchen;

Igelzecke

Igelzecke, Weibchen;

Die Igelzecke (Ixodes hexagonus)

Sie stammt aus der Familie der Schildzecken und hält sich vorwiegend im Bau ihres Wirtstieres auf, wo sie auf ihren nächsten Wirt lauert. Ihre bevorzugten Wirte sind Füchse, Igel, Wiesel, Iltis, Hermelin, Hunde und Katzen. Selten befällt sie auch Menschen. Sie überträgt z.B. Borrelien und FSME-Viren.

Die Schafzecke / Auwaldzecke

Zu erkennen sind Auwaldzecken an ihrem charakteristischen Rückenschild, das nicht wie beim Gemeinen Holzbock einheitlich schwarz, sondern marmoriert ist. Vollgesogene Weibchen der Schafzecke sind etwas größer als die des Gemeinen Holzbocks. Charakteristisch ist, dass ihre Beine zwar ebenfalls an der Spitze des Körpers ansetzen, aber auch im gesogenen Zustand seitlich über die halbe Länge des Körpers nach hinten reichen.

Das Vorkommen der Schafzecke beschränkt sich auf wärmebegünstigte Gebiete in Österreich. Die Zecke fühlt sich auf offenen, sonnenexponierten Grasflächen (Trockenrasen) wohl. In großer Zahl ist sie vor allem dort zu finden, wo Schafe mehr oder weniger regelmäßig durchziehen. Die Auwaldzecke ist vorallem an trockenen Standorten in Feuchtgebieten zu finden.

Ihre Aktivitätsperiode erstreckt sich vom Spätsommer/Herbst bis in das Frühjahr, nur unterbrochen von Frostperioden im Winter.

Auch bei der Auwaldzecke gilt, dass sie den Menschen nur selten sticht.

Schafzecke Auwaldzecke

links Schafzecke, rechts Auwaldzecke;

Lederzecken

Lederzecken fehlt der Rückenschild, dadurch ist ihre Haut weich und lederartig. Sie kommen meistens in den Tropen und Subtropen vor. Die einzige in Österreich vorkommende Lederzecke ist die Taubenzecke.

Abbildung Lederzecke Taubenzecke

Taubenzecke

Die Taubenzecke (Argas reflexus)

Sie ist in ganz Mitteleuropa zu finden und lebt hauptsächlich an Gebäudewänden. Die Taubenzecke kann bis zu 9 Jahre ohne Wirt leben.

Die ausgewachsenen (adulten) Weibchen werden vollgesogen bis zu 10 mm lang, die Männchen nur etwa 4 mm. Sowohl Larven als auch ausgewachsene Tiere sind immer länger als breit. Die Zecken halten sich tagsüber in Höhlen, Löchern oder Ritzen in der Nähe der Nester ihrer Wirtstiere auf.  Die Taubenzecke steht unter Verdacht, den Erreger des Q-Fiebers Coxiella burnetii übertragen zu können.

* Die FSME-Impfung bietet ausschließlich einen Schutz vor der Frühsommermeningoenzephalitis (FSME)